Stotterfrühling

Es grünt.
Es grünt.

Irgendwann reicht es mit dem Daheimbleiben, und dann muß man auch bei seltsamem Wetter raus. Das fließt wie Milch durchs Tal und kann sich nicht entscheiden zwischen Regen und Schnee. Die Vögel singen trotzdem, als sei heller Frühling, dabei hocken die Hügel noch grau wie Igel am Fluß. Bloß in Falten und Nischen blüht es schon.

Ich probiere Anstiege und habe gottlob nicht alles vergessen, nicht ganz. Es dauert etwas, bis ich zu Atem komme, bis ich die passende Menge Wolle gefunden habe, wieder richtig knöpfe und krempele, die Schuhe richtig schnüre. Oh, ich bin ungern aus der Übung und kann kaum erwarten, daß es besser wird.

Aber dann! Ich habe wieder Augen. Für die Schneeglöckchenpolster am Hang, wie verschüttete Milch; für das grüne Wasser unten im Tal. Einmal schaut mir ein Hirsch entgegen, mitten auf dem Wanderweg, das Geweih noch in Samt verpackt, bis er doch die Flucht ergreift. Die Sonne glüht ein paarmal fast ein Loch in die Wolken, und da ahne ich auf dem Weg vor mir meinen Schatten. Es geht wieder, es geht wieder los.

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