Wie ich es auch dreh und wende: nichts fällt ab für mein Blog, gar nichts. Ausstellungsbesuche und Herbstwanderungen gehen spurlos vorüber; gelesene Bücher, gesehene Filme und gegessenes Essen bleiben irgendwie nicht hängen.
Das kommt zum einen sicher daher, daß das Leben gelebt sein will, ehe es zu Berichten taugt, und daß an manchen Tagen einfach nicht das Licht da ist, um Erlebtes schön und klar zu beleuchten.
Aber vor allem ist es die Unruhe angesichts der aktuellen Ereignisse, die mich immer wieder vom Schreibtisch wegtreibt mit der Frage: Wozu das Ganze? Es gibt Wichtigeres. Daß die deutsche Regierung den beschlossenen Ausstieg aus der Atomkraft hinauszögert, wo noch nicht einmal ein Endlager für den Müll in Sicht ist. Daß Staaten, die geheime Verhandlungen, geheime Gutachten und geheime Absprachen als Entscheidungsgrundlage nehmen (oder eben nicht), auf der anderen Seite ihre Bürger möglichst gläsern wollen (nicht nur im Netz). Daß mein Staat gegen seine Bürger mit Willkür vorgeht — und daß mein Staat noch einer von den besseren ist … So viele Dinge, die mich wütend machen — und wenn ich wütend bin, weiß ich nichts zu sagen.
Also, hier gibt es nichts zu sehen. Gehen Sie weiter. Zum Beispiel zu vera, die in der Tagespolitik den Überblick behält und ihn engagiert weitergibt. Zu Hoeps&Toes, mal einen Blick über den Tellerrand werfen. Zu Wassily und seiner höchst subjektiven Stuttgart21-Berichterstattung. Zum Magister Kraska für den gepflegten Wutausbruch zwischendurch. Oder, wenn sonst gar nichts mehr hilft, gleich zum Ufoport Glufenteich, einem schönen Paralleluniversum voller Kaugummiautomaten, Blechplattenfassaden und Bahnhofsromantik.
Ich melde mich wieder, wenn ich mich beruhigt habe.