Jeden Sommer für drei Tage flüchten die Viertelbewohner, und der Rest der Stadt strömt in Scharen her: dann ist Viertelfest. Ich liebe das. Auf verschiedenen Bühnen wird Musik gespielt (von Möfahead, Ira Atari & Rampue oder Die Fahrt von Holzminden nach Oldenburg, und das ist richtig und gut so), es gibt Essen und Trinken und allerlei politische und kuriose Stände; wer von den Geschäftsleuten hier genügend gute Laune und Durchhaltevermögen hat, wirft alle Öffnungszeiten über Bord und ist dabei.
Kaffee, Wein, Tee und drei, vier, zehn Bierbuden (gern gesehen: die von Bruch) tragen die Besucher durch den Abend. Man ißt bunt und hervorragend und höchst international; simple Pommesbuden sind nicht zugelassen. Es ist mehr als nur ein Gerücht, daß man hier auch fritierte Seidenraupen bekommt.
Ich mag dieses Fest, weil es immer noch nicht so ganz stromlinienförmig ist in der Feierlandschaft der Landeshauptstadt. Es wird wüster Jazz auf dem Bürgersteig gespielt, man kann tatsächlich originelle Dinge erstehen, nicht nur von den Kindern mit ihrem halben Quadratmeter Flohmarkt in den Hauseingängen, und wenn man Glück hat, wird man an seiner Lieblingsbude exklusiv bekocht. Einziger Engpaß sind immer und immer wieder die Toilettenwagen, aber das war noch nie und wird wohl nicht mehr anders.





