Ein Stöckchen: Kinderkram

Das fand ich (unter anderem) hier und hier und habe mich drüber gefreut. Zu allererst geworfen hat es Frau Kaltmamsell. Also nehme ich’s mir mal:

1. Was war dein erstes Stofftier, und was verbindest du damit?
Nach meiner Erinnerung war das Häschen. Vielleicht war da noch ein anderes, aber Fotos, auf denen ich das überprüfen könnte, gibt es nicht mehr.

Plüschtier in Neonrosa mit weißer Latzhose und Plastikgesicht

Häschen und ich waren unzertrennlich. Mit drei Jahren fiel ihm der Kopf ab, ließ sich aber wieder annähen. Ich fand Häschen wunderwunderschön. Als ich uns irgendwann mal im Spiegel anschaute, war ich weniger erstaunt darüber, daß ich es so schiefgeliebt hatte, als darüber, daß ich den Spiegel brauchte, um das zu sehen.

2. Wie stelltest du dir als Kind dein Erwachsenenleben vor?
Ich glaube, eigentlich gar nicht. Hauptsache, ich könnte lesen und Dinge angucken.

3. Warst du ein eher leises oder eher lautes Kind?
Ich neigte früh zum Ausbüxen, auch allein. Ein Bach, ein Buch, ein Unterholz, und ich konnte für Stunden verschwinden (war aber immer zum Abendläuten wieder daheim). Mit meinem Fahrrad hatte ich einen Radius bis über das nächste Dorf hinaus, und ich konnte einen Baum hochklettern und mich unsichtbar fühlen. Ich war aber gefürchtet als das Kind, das sich an eine Erwachsene heften und ihr stundenlang irgendwas erzählen konnte, ob sie wollte oder nicht.

4. Gab es etwas in deiner Kindheit, das du heute sehnsüchtig vermisst?
Die leuchtenden Stunden, die ich in Gärten, am Bach oder auf irgendeiner Wiese deren kleine Kosmen beobachtete. Ich kannte die Giftpflanzen und die Nester der Rotkehlchen in der Schulhofhecke. Ich weiß, wie viele Insekten es damals gab und wie herzzerbrechend wenige heute. Das Wissen, was ich damals sammelte, wird kein Kind heute mehr sammeln können; dieses Leben schwindet immer schneller.

5. Welches Verhältnis hattest du als Kind zu Musik?
Kein gutes. Ich kriege leicht Ohrwürmer, und ich war ein Dorfplatzkind, von jeder Katzenkirmes beschallt. Es half nichts, als ich mal eine Weile nebenan im Musikverein mitprobte. (In der Hinsicht war auch später das Schulorchester nicht besser.) Die Lehre daraus: Immer hört irgendwer Musik, die ich mir nicht ausgesucht habe. Also versuche ich das anderen Menschen zu ersparen.

Jedes Stöckchen kann zum Strohhalm werden, an dem man sich selbst aus der Suppe zieht. Oder so ähnlich. Nun denn!