Das Wasser schwappt mir bis zum Ellenbogen.
Die Spülmaschine tat nicht, was sie sollte,
und spülte nicht so sauber, wie ich’s wollte:
nun tauch ich selber mit der Bürste in die Wogen
und schrubbe, was vom Nachtmahl auf den Tellern
verblieben, jenen allerletzten Rest,
der, schrubbte ich nicht jetzt, bald fest
an ihnen säße wie der Schwamm in Kellern.
Nach einer guten halben Stunde Frist
steht, wieder sauber und bereit, das Porzellan
im Schrank. Und diese halbe Stunde ist
vom Spülknecht mir ein tägliches Geschenk;
nur denk ich täglich selten noch daran.
Ein zarter Spülsaum legt sich um mein Handgelenk …
Nicht glänzend, aber selten – zu: Haushaltssonette. Wie hier und hier. Und hier — danke, Petra! –, hier und hier, aus der Art geschlagen, aber nicht minder reimfroh. Lyrisches zum schönen Schein gibt es, hach, hier.
Wer mag mitspielen?
Herrlich : )
Eure bezaubernden Haushaltssonette ließen mich spontan ein Erinnerungssonett an unsere alte Waschmaschine verfassen, die letzte Woche auszog:
Erinnerungen an die Alte
Ach Waschmaschine, alte Trine,
fast achtzehn Jahre haste gewaschen.
Du warst schon ne fleißige Biene,
fandst sämtliche Tempos in den Taschen.
Mit den Jahren wurd‘ste zickig,
kamst wohl in die Pubertät.
Manchmal roch die Wäsche stickig,
lag an dem Flusendingsgerät.
Mit dem Alter wurd’s nicht besser,
Wasser zieh’n war dir ne Plag.
So half ich dir mit dem Gewässer
per Karaffen Tag für Tag.
Nun biste alt und wurd’st ersetzt,
bevor du mir die Wäsch‘ zerfetzt.
Ooooh –! Wenn das nicht in einem Kommentar stünde, ich tät es glatt verlinken. (Ich hoffe, die Neue macht Freude!)
Ich traute mich nicht, es nach dem schönen Bücherkoffer zu bloggen ; )
Die Neue ist super! Mal sehen, wie lange sie hält.
Ihr herrlichen haushaltdichten Dichterinnen ihr!
Schöne Beschreibung, wunderbar. Oft spüle ich Kleinigkeiten oder Töpfe mit der Hand ab. Manchmal aber, sage ich jetzt mache ich es wie die Hausfrauen, und stopfe alles: Töpfe, Teller, Pfannen ungeordnet hinein und lasse einfach spülen.