Das wär was. Da warte ich schon lange drauf und würde mich freuen wie ein Schneekönig, wenn wir das endlich auch hätten: ein generelles Tempolimit. Sah nicht danach aus, nachdem es zu Beginn des Jahres vom aktuellen Verkehrsminister reflexhaft vom Tisch gewischt worden war; aber immerhin: nicht alle Bürger dieses Landes sehen im Rasendürfen ein Kulturgut.
Es gibt eine Petition für 130 auf deutschen Autobahnen. Wenn die bis zum 3.4. fünfzigtausend Unterzeichner findet, dann muß immerhin mal im Petitionsausschuß drüber geredet werden. Und vielleicht kriegt dann auch die CDU/CSU mit, daß freie Fahrt nicht mehr der alleinige Lebenszweck freier Bürger ist.
Ich würde mich wirklich freuen – ein kleiner Schritt, um die größte ökologische Fehlentwicklung der Zivilisation rückgängig zu machen. Dann bitte weiter: Autos raus aus den Städten, Parkplatz zu Wohnraum. Dienstwagen abschaffen. Pendlerpauschale für Öffentliche, Fahrrad und Fußweg. Raumplanung für Fußgänger. Und so weiter. Man könnte echt was draus machen.
Statt dessen träumt der Verkehrsminister von Flugtaxis.
Manchmal denkt man, die Damen und Herren haben in ihrer Kindheit zu wenige Matchboxautos besessen.
Stattdessen lassen sie sich von den Autobauern in die Tasche stecken …
Unfassbar: Umweltministerin hält Einführung von Tempolimit für „komplett unrealistisch“. #NieMehrSPD
Die Autofahrerlobby in Deutschland ist halt stark, zu stark.
Wenn ich aus Ländern mit Tempolimit wieder nach Deutschland zurückfährt, werde ich in der Regel auch auf der rechten Spur erst einmal gedrängelt. Danke, lakritze für den Hinweis, ich habe mal gezeichnet (und war überrascht, dass ich dort schon registriert war, aber mit einer alten Adresse… ;-))
Rich: Aha! (Ging mir exakt genauso. .))
Vilmos, rotewelt: Es ist nicht zu fassen. Sagen die Experten.
Danke für den Anstubser. Habe gezeichnet!
Gern geschehen; ich hatte meinen Stupser auch von einem Blog.
Gibt es was schöneres als schnelle Autos, Flotte Käfer, flexibele Fische?
Oh, aber ja! Freie Wege für Fußgänger, Innenstadt mit Frischluft zum Atmen, Stadtansichten ohne all das häßliche Blech.
Oh, ja freie Wege für Fußgänger wären schön: keine Fahrradfahrer auf dem Gewehg, keine Bierbänke, keine Passantenstopper, keine Elektro-Roller, keine Touristen mit Links-wegerecht usw…..
Das klingt, als müßtet ihr da noch ein paar weitere Regeln verhandeln … Immerhin: Autobesitz weniger attraktiv –> weniger Autos in der Stadt –> Rad-/Rollerfahrer auf die Straße, dann haben die Fußgänger ihre Gehsteige wieder (fast) ganz für sich.
Yes we can
Danke für die Empfehlung, habe unterzeichnet und weiterempfohlen. Unser Minister ist außerhalb und oberhalb der Vernunftgrenze. Mit Frau Bär beim Lufttaxi war der momentane Höhepunkt!
Ah, danke. Man fängt vielleicht klein an mit so einer Petition, aber ich hoffe, es entwickelt sich ein Diskurs. Fällig wäre er.
Tempo 130 ist echt nicht mehr unser Problem. Unser Problem sind 64,8 Millionen in Deutschland zugelassene Fahrzeuge (+1,7 % zum Vorjahr). Und die Dinger werden immer größer und schwerer. Trotzdem: Every little helps, ich habe unterzeichnet.
Jepp. Es ist bei weitem nicht unattraktiv genug, ein Auto zu haben; und so lange die Kosten nicht die Schäden abbilden dürfen, die dadurch entstehen, wird das so bleiben. 130 ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.
Was den Amerikanern ihre Waffen, sind den Deutschen ihre Autobahnen. Da kommst du mit Vernunft nicht weiter. 🙁
Wenn ich mir die Kommentare unter der Petition durchlese, glaube ich das auch. „Die Schnellen haben den Verkehr besser unter Kontrolle“, das ist nicht nur auf eine Art unsinnig. Andererseits: wir haben schon ganz andere gesellschaftliche Konstrukte umgestaltet, da sollte das doch auch …?!
Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber ich fürchte es wird noch dauern. Die Deutschen stecken sich ja gern selbst in Zwangsjacken, und manche davon fühlen sich vielleicht nur auf der Autobahn frei, erhaben und unbezwingbar. Dann haben wir noch die Autoindustrie, die mit diesem schwer bezwingbaren psychologischen Aspekt ausgezeichnete Geschäfte macht…
Ja, der Deutschen liebstes Kind, der große Arbeitgeber, unser Wirsindwiederwer. Ist schwierig. Aber irgendwann kippt es doch. Wenn freie Fahrt keine Wählerstimmen mehr bringt, könnte sich was tun.
Geschwindigkeitsbeschränkungen, Fahrverbote …. das alles ist doch eigentlich nur Kosmetik und lenkt uns von den eigentlich nötigen Gedanken und Planungen für die Zukunft unseres Planeten ab. Wir müssen weg vom Individualverkehr, letztendlich hat der und damit das Fortbewegungsmittel für jeden keine Zukunft, wenn auch unsere Nachkommen noch eine einigermaßen lebenswerte Umwelt haben sollen. Auch ein Elektroauto ist keine Lösung, sondern plündert den Planeten und die Zukunft vielleicht noch mehr.
Wobei eine Geschwindigkeitsbeschränkung JETZT zumindest die „Lebensqualität“ auf der Autobahn verbessern dürfte. Vielleicht haben die ach so fähigen und von sich selbst überzeugten Schnellfahrer dann auch mal ein bisschen mehr Muße über sich und den Wert des Lebens nachzudenken 😉
Du hast vollkommen recht, meme – da muß noch wesentlich mehr passieren. Das Auto muß überflüssig werden, sonst reicht es nicht. Die „Argumente“ der Tempolimitgegner sind übrigens auch recht entlarvend. Zwischen „Unsinn!“ und „Aber ich will rasen dürfen!“ gibt es da nicht viel.