Wegbegleiter.

Johann Gottfried Seume dankte in der Vorrede zu seinem Spaziergang nach Syrakus auch seinem Schuster, ohne dessen Handwerkskunst er diese Strecke niemals bewältigt hätte. Wer zu Fuß geht, weiß, wie wichtig das Schuhwerk ist: gute Schuhe zeichnen sich dadurch aus, daß man sie nicht bemerkt; schlechte hingegen können Pläne zunichte machen.

Sozusagen unbeschriebene Blätter.
Sozusagen unbeschriebene Blätter.

Dieses Paar ist von Geiger. Es ist ganz neu, noch keine zehn Kilometer habe ich darin zurückgelegt. Schwere, gut gepolsterte Schuhe mit einer erstaunlich weichen Sohle, Griff an der Ferse und Platz für die Zehen.
Ich weiß inzwischen, wo ich Blasen bekomme und wo ich an der Schnürung arbeiten muß. Bisher kann ich sagen: ich hatte nicht gewußt, wie sich Schuhe anfühlen, die passen. Jetzt weiß ich es. Und auch wenn wir uns an einander werden gewöhnen müssen: meine alten möchte ich nie wieder tragen.

0 Kommentare zu „Wegbegleiter.

  1. Mögen Sie leicht gehen fürderhin.
    Nb.: Was mich bei Seume immer gewundert hat, war wie er die Etappen von Graz nach Triest gelaufen ist, Unablässig durch hohen Schnee mit Ledersohlen, der Mann muss in dieser Zeit ständig nasse Füsse gehabt haben.
    Übrigens hatten seine Stiefel zwei Inspektionen nötig auf der fast sechstausend Kilometer langen Wanderung. Unglaublich.
    Ihnen wünsche ich gute Tage und ein erfolgreiches Einlaufen der feinen neuen Stiefel.
    Abendschöne Grüsse aus dem Wanderbembelland

    1. Danke, Herr Ärmel! Des Herrn Seume Schuhwerk hätte ich gern mal gesehen. Genagelt müssen sie gewesen sein, anders kann ich mir das nicht denken. (Und dann soll er ja geschummelt und Stücke des Weges mit Fuhrwerken zurückgelegt haben, aber das ist dann, finde ich, kleinlich aufzurechnen,) Wiedergrüße und schöne Tage unter Bembeln!

  2. Ich bin nunmehr auf dem zweiten Paar Meindl. Meine anfänglichen Querelen mit dem ersten Paar waren tatsächlich den Wandersocken geschuldet. Gegen ein billigeres, aber passenderes Paar ausgetauscht, dann ging’s.
    Wie dem auch sei: Ich wünsche viele angenehme Stunden in selbigen Wunderwerken.

    1. Zum Glück habe ich eine strickende Oma, damit waren Socken nie ein Problem. (Meindl machen richtig gute Schuhe — zumindest taten sie das vor fünfzehn Jahren. So lange war ich mit meinen sehr zufrieden.)

    2. Ich hatte gute Schuhe, die schlecht paßten. Da mir das mit den allermeisten Schuhen so geht, kannte ich’s nicht anders. Insofern waren diese eine Offenbarung. (Mist auch …) Wenn man aber mit den üblichen Schuhgrößen zurande kommt, denk ich’s mir nicht gar so spektakulär.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert