Das neue Haus ist ein altes; zweihundert Jahre lang lebten, arbeiteten und starben hier Männer und Frauen, wurden hier Kinder gezeugt, geboren und aufgezogen.
Das Haus trägt ihre Spuren. Unter der Farbe verbirgt sich Farbe und wieder Farbe, jede Schicht von anderen Händen aufgetragen, angefaßt und abgenutzt.

Jetzt sind wieder Kinder da, die in dem Haus leben, seine Einrichtung anfassen, die Farben abnutzen und vielleicht irgendwann auch wieder auftragen werden.
boah, das bild … dazu die geschichte. du bist eine künstlerin in sachen mit minimalsten mittel maximales transportieren. das muss einfach mal gesagt sein. eine wunderbare wort-bild-kombination. und erst noch einfach sehr schön.
ich spüre die glätte des treppenknaufs und rieche das alte treppenhaus geradezu.
herzlich, soso
Ein altes Haus kann deshalb eine Last werden.
Oh, danke, SoSo! (Ich hoffe, sie lassen das so. Ist überall im Haus und wunderschön.)
Kormoran, das kann ich mir auch vorstellen. Aber wenn junge Leute ein altes Haus beziehen, ist es erst einmal eine Riesenfreude.
ein abgegriffener treppengeländerknauf, ja – und nein:
ein alternativer globus,
eine erdball, der im unbestimmten schwebt,
und nicht zuletzt eine oberfläche,
fleckig, glänzend, glatt,
vom gebrauch in der ZEIT gezeichnet,
im wortwörtlichen sinne.
gruß, uwe
Globus, ja. Das paßt gut; geformt in einem Universum kleiner Gesten.
Wie schön: Das scheint mir genau die Sorte Treppengeländer zu sein, auf dem man so wunderbar rutschen konnte! Was natürlich strengstens verboten war. Was den Abenteuerwert nur weiter erhöhte. Den Lack kann ich auch noch riechen, und weiß noch genau, wie er sich anfühlte – mit den Fingerkuppen und beim versuchsweisen Annagen.
Haha! Noch wer mit Holzwurmambitionen. (Zum Rutschen ist allerdings die Treppe etwas kurz. Aber für kleine Leute geht es wahrscheinlich.)
Es wäre schön, wenn diese Abnutzungs- oder besser Lebensspuren bleiben dürften.
Oh, das fände ich auch!