Ein Kuchen für H.

Wo er auch war auf der Welt: Immer, wenn er seinen Geburtstag feierte, mußte es diesen Kuchen geben; selbst da, wo eingemachte Aprikosen unbekannt und gemahlene Mandeln nicht zu haben sind. Er paßte eine christliche Zeit ab und rief bei seiner Großmutter, Oberhaupt der zahlreichen Familie, an: Oma, wie ging noch mal der Aprikosenkuchen?
Und verläßlich diktierte sie ihm das Rezept, aus dem Kopf, in Pfund und Gramm und »so lange, bis der Teig vom Löffel fällt«. Das Rezept, wie alle guten Familientraditionen, läßt viele Möglichkeiten offen: Man kann auch Pfirsiche nehmen. Statt Mandeln gehen Haselnüsse; sogar Kokosflocken. Je nach Ofen, je nach Backform länger oder kürzer oder heißer. Es wird doch immer derselbe Kuchen.
Dieses Jahr habe ich angerufen.

Aprikosen-Mandel-Kuchen