Und dann

Und dann ist noch ein Jahr vergangen. Das Rad aus Tagen und Nächten, das immer den gleichen Kreis beschreibt, hat wieder eine Drehung vollendet, ohne daß jemand etwas getan hätte dafür. Ich schon ganz gewiß nicht.
Ich sichte Bilder. Die mit Dir, die, auf denen Du hättest sein und die, die von Dir nicht einmal wissen können. Es werden mehr, jedes Jahr. Manche gleichen sich.
Eine Flamme, eine Blume, ein Glas auf Dich. Ich hätte Dir so viel zu erzählen.
 
 
 
 
 
 

0 Gedanken zu „Und dann

  1. Das geht mir sehr unter die Haut – nach 1996 habe ich das viele, viele Jahre am Ende des Monats Mai gedacht – und erst ganz, ganz langsam ist dieser Gedanke verblasst und es war wieder „normal“, allein zu sein.

    1. Wieviel Leben das so ist, merkt man ja erst, wenn man einen solchen Fixpunkt hat.
      Oh, und schön ist das! Auch wenn man’s nicht mehr teilen kann. Traurigschön, daß das Leben nicht kleinzukriegen ist, in allen Schattierungen.

  2. Der Text geht wirklich unter die Haut. Gerade in seiner Lakonie. Da muss jedes Wort stimmen und am rechten Platz sein. Das ist Dir hier gelungen, finde ich – ein poetisches Epitaph.
    Gruß, Uwe

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