Rheingold

Die letzte, volle Wärme dieses Jahrs schickt mich an den Fluß. Da habe ich zweimal Oktober, zweimal das Licht, mit dem der Himmel schon so freigiebig ist.

Gold auf dem Wasser.
Gold auf dem Wasser.

Zweimal die Stadt, zweimal jede Brücke und zweimal ich, die von oben wie von unten auf die Wasserfläche schaut. Zwischen mir und meinem Spiegelbild hat der Fluß keinen Anfang und kein Ende, nur Richtung; er strömt und nimmt auf seine flüssigen Schultern, was ihm zufallen mag: das Licht, die Wolken, und was wir an den Ufern tun und treiben.
Gespräche, Spucke, tote Vögel, Bilder, Plastiktüten, verlorene Ruder, Gesänge, Geheimnisse, Holz, Tränen, Flaschen verschiedenen Inhalts, Wünsche, zerrissene Briefe, Gelächter: der Fluß fragt nicht, er trägt alles fort und fort, in dieselbe Richtung. Treibgut für die See.
Ich bleibe. Ein bißchen sehnsüchtiger vielleicht.

0 Kommentare zu „Rheingold

    1. Danke, gerade scheint die Sonne! Es gab aber nicht nur Seegold, sondern vor allem viel Nebel und Regen, es war nur halb so warm wie in Freiburg – Pech gehabt. Dir auch viel Sonne!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert