Wenn ich einen wunderschönen Tag haben möchte, dann ziehe ich die dicken Schuhe an, nehme meinen Rucksack und in aller Herrgottsfrühe die Bahn und fahre an einen Ort auf meiner Wanderkarte, von wo es nicht weit ist in den Wald. Und dann verschwinde ich ein für paar Stunden vom Radar.
Was mitkommt, muß verläßlich sein und darf keine Ansprüche stellen. Wasser, Brote, eine Decke vielleicht und ein Buch; wenn’s regnet, was zum Trockenbleiben. Die Karte. Im Winter eine Zeitung, auf die kann man sich setzen und hat was zum Lesen. Ein Telefon ist nicht dabei. (Und wenn ich sehr unerschrocken bin, auch keine Kamera.)
Was ich da tue, ist ganz und gar meine Sache. Mir gemäß. Und das möchte ich alleine tun, ungestört und unbeobachtet. Ich will nicht einmal die Möglichkeit haben, angerufen zu werden. Ich will nicht einmal die Möglichkeit haben, jemanden anzurufen: ganz und gar ohne Leine.
Das alles habe ich schon so gehalten, bevor die Telefone in den Taschen der Bürger politisch wurden. Ganz für sich zu sein, ist ein Grundbedürfnis. Wer erwachsen, mündig ist, will unabgemeldet gehen, unangemeldet kommen können, keine Rechenschaft ablegen müssen und niemanden haben, der ihm über die Schulter schaut. Auch nicht zur Sicherheit.
Freiheit, das ist so ein Schlagwort. Immer toll, und wild, und wie fliegen. (Dabei liegt vogelfrei gar nicht so fern, und Freiwild.) Wer wollte das nicht, frei sein? Ich will das auch. Auch wenn’s was kostet.
(Hier ein Text dazu; hier ein Bild.)
Nachtrag: Und hier ein Grund, auch im Wald mal nach oben zu schauen. Die Rechtslage legt zwar nahe, Bilder von Personen umgehend zu löschen, aber macht’s das angenehmer?