Selbstbildnis als Landei

Ich bin ein Landkind. Ob es mir geschadet hat, weiß ich nicht.

Für den Winter ist gesorgt.
Für den Winter ist gesorgt.

Ich habe mitten auf der Straße gespielt, mich mehr oder minder erlaubt in Ställen und Scheunen herumgetrieben, und beim Krippenspiel war ich der Weihnachtsengel. Das stärkste Mädchen aus dem Dorf erpreßte mich damit, daß ich was geklaut hätte, dabei stimmte das gar nicht. Ich grüßte jeden, den ich auf der Straße traf; andernfalls gab’s Schimpfe von daheim. Einmal die Woche trug ich Blättchen aus. Auf dem Friedhof las ich lauter bekannte Namen von den Grabsteinen. Ich wußte, wie eine Ziege von innen aussieht. Die Nachmittage am Bach endeten mit dem Abendläuten.
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Heute lebe ich im Innersten der Stadt, und gern, aber das Dorf lebt meinem Innersten. Und wenn ich eines sehe oder rieche, weiß ich gleich, woran ich bin.